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Männer-Schwimm-Verein
München 1903 e. V.
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Die Geschichte des Schwimmens
Schmetterling
Das Schmetterlingsschwimmen entwickelte sich aus dem Brustschwimmen.
Ein Amerikaner namens Brydenthal zeigte 1935 in einem Vergleichswettkampf
diese Technik. Er war zwar hier noch nicht schneller als die besten
Brustschwimmer, aber diese Stilart weitete sich sehr schnell aus und
nach drei Jahren wurde der Brustschwimmweltrekord bereits von einem
schmetternden Schwimmer gehalten. Nach dem 2. Weltkrieg dominierten
die Schmetterlingsschwimmer (Delphin-Arme mit Brust-Beinschlag) vor
den Brustschwimmern, so dass das Brustschwimmen unterzugehen drohte.
1953 trennte dann die FINA diese beiden Schwimmarten.
Die grundlegendste Änderung im Schmetterlingsschwimmen betraf die
Beinarbeit. Bereits bei den olympischen Spielen 1956 in Melbourne wurde
ein amerikanischer "Delphinschwimmer" mit großem Vorsprung
Sieger. Er schwamm mit schlangenartigen geschlossenen Beinen. Die Technik
ist bis auf verhältnismäßig kleine Änderungen bis
heute gleich geblieben.
Vor wenigen Jahren wurden die Wettkampfregeln von Delphinschwimmern
zum Schmetterlingsschwimmen geändert, so dass der Brust-Beinschlag,
der zwischenzeitlich verboten war, wieder zugelassen wurde. Diese Schmetterlingstechnik
hat sich aber nicht mehr durchgesetzt. Seit den olympischen Spielen
1956 in Melbourne wird die 200 m Strecke als olympische Disziplin geschwommen.
Die 100 m Strecke kam erst 1963 in Mexiko-City dazu.
Rücken
Im 19. Jahrhundert wurde das Rückenschwimmen als eine Abart des
Brustschwimmens bezeichnet, nämlich als Brustschwimmen rückwärts.
Durch ein sehr starkes Hohlkreuz lag der Körper sehr hoch auf dem
Wasser, der Kopf wurde so weit zurückgenommen, das nur noch der
Mund und die Nase herausschauten und die Beinarbeit war die gleiche
wie beim Brustschwimmen. Die Arme wurden von der Ausgangsstellung (Händen
an den Oberschenkeln) über den Kopf auf Schulterhöhe gezogen,
ins Wasser getaucht und vollkommen gestreckt wieder in die Ausgangsstellung
gebracht. Der Beinschlag erfolgte teilweise gleichzeitig oder hintereinander.
Erst bei den olympischen Spielen 1912 in Stockholm schwamm der erste
Amerikaner einen Wechselzug mit einem Beinschlag, der dem Beinschlag
in der Kriechstosstechnik ähnelte. Nachdem er sich die Goldmedaille
sicherte, verschwand sehr schnell die herkömmliche Technik, die
neue Technik wurde verbessert und ist jetzt in etwa gleich schnell wie
die Schmetterlingstechnik.
Die 200 m Rückendisziplin war erstmals 1900 in Paris im olympischen
Programm, dann allerdings erst wieder seit 1964 (Tokio). Die 100m Disziplin
wird seit 1908 (London) ausgetragen.
Brust
Das Brustschwimmen ist vom Bewegungsablauf her gesehen die natürlichste
Schwimmart. Ende des l8. Jahrhunderts wurde die Behauptung aufgestellt,
dass der menschliche Körper spezifisch leichter sei als das Wasser,
man müsse lediglich den Kopf oben halten. Aus diesem Kerngedanken
entwickelte sich die Brustschwimmtechnik, wobei anfangs die Arme nicht
abgewinkelt und die Knie möglichst weit an den Körper gezogen
wurden. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts wurden im Lehrbuch "Ladebecks
Schwimmschule" verschiedene Brustschwimmtechniken gelehrt. Hier
wurde unter anderem versucht, mit möglichst wenig Zügen, unter
Einhaltung sehr langer Gleitphasen, eine möglichst weite Strecke
zurückzulegen.
Im Laufe der Entwicklung dieses Jahrhunderts wurde langsam aus der Stoßgrätsche
die Schwunggrätsche, ein kürzerer Armzug, die Spätatmung
usw. herausgebildet. Genauso wie die Technik wurden auch die Regeln
oftmals geändert. Anfangs wurde neben der geschwommenen Zeit auch
noch die Ausübung der Technik bewertet. Hierbei waren die Regeln
so streng, dass es laufend zu Protesten kam. Das Kinn durfte nicht bewegt
werden und alle paarweise durchgeführten Bewegungen, mussten genau
symmetrisch ausgeführt werden.
Erst die Amerikaner schafften es durch ihre negative Haltung, dass diese
Regeln in den sechziger Jahren geändert wurden. Die erste Überquerung
des Ärmelkanals wurde 1875 in der Brustschwimmtechnik durchgeführt.
1908 wurde in London das Brustschwimmen erstmals als olympische Disziplin
über 200 m in das Programm aufgenommen. 1912 kam im Stockholm die
400 m Strecke hinzu, die aber nur noch einmal 1920 in Antwerpen geschwommen
wurde. Seit 1963 ist auch die 100 m Strecke olympische Disziplin (Mexiko-City).
Kraul
Das Kraulschwimmen ist die schnellste Schwimmart überhaupt und
es verwundert deshalb nicht, dass bereits in der Antike eine kraulähnliche
Technik benutzt wurde, nämlich die Wechselschlagtechnik und die
Kriechstoßtechnik. Die Entwicklung der Kraultechnik hat aber mehrere
Ursachen. Als Grundlage dürfte die Seitenschwimmtechnik, eine Brustschwimmtechnik
in Seitenlage, dienen. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde diese Stilart
weiterentwickelt, indem ein Arm über Wasser vorgeschoben wurde.
Mit dieser damals schnellsten Stilart wurden die ersten Langstreckenmeisterschaften
ausgetragen (z. B. über 1 englische Meile = 1.609 m). Ende des
19. Jahrhunderts wurde daraus der Handüberhandstil entwickelt,
wobei hier beide Arme wechselweise über dem Wasser vorgeschoben
und die Beine von ehemals schraubenartigen Bewegungen zu einem Wechselschlag
geändert wurden. Dieser scherenstoßartige Beinschlag wurde
aber nur beim Durchziehen des linken Armes unter Wasser benutzt.
Als Weiterentwicklung kann man die Kriechstoßtechnik bezeichnen.
Diese wurde um die Jahrhundertwende eingeführt, nachdem sie von
Eingeborenen der Salomon-Inseln abgeschaut wurde. Der wesentliche Unterschied
zur Handüberhandtechnik liegt darin, dass hier die Arme stärker
abgewinkelt sind und eine wesentlich schnellere und kürzere Bewegung
vollziehen. Gleichzeitig wird hier erstmals ein Wechselschlag der Beine
laufend durchgeführt, wobei hier die Oberschenkel vollkommen gestreckt
blieben. Diese Technik entwickelte sich durch Stilkorrekturen immer
weiter, bis der jetzige Kraulstil erreicht wurde. Zwischenzeitlich wurden
noch verschiedene Varianten z. B. der 2er Beinschlag der australischen
Schwimmer, ausprobiert. Erst 1930 wurde vom DSV der Oberbegriff Kraulschwimmen
eingeführt, die anderen Techniken wurden auf Grund der Überlegenheit
der Kraultechnik verdrängt.
Die wohl bedeutendste Leistung im Schwimmsport war die Unterschreitung
der Minutengrenze am 9.7.1922 durch Johnny Weißmüller. In
Deutschland wurde diese Grenze erstmals 1934 unterschritten und zum
zweitenmal erst 1952.
Die Kraultechnik bzw. das Freistilschwimmen wie es offiziell heißt,
ist seit 1896 (Athen) im olympischen Programm (100 m). 1900 wurde in
Paris die 200 m Strecke zugelassen, die allerdings nur mehr 1904 in
St. Louis und dann ab 1968 (Mexiko-City) fest im Programm etabliert
wurde. Die 400 m Strecke wird seit 1904 und die 1.500 m Strecke seit
1908 (London) bei den olympischen Spielen geschwommen.
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